Buchrezension: Das Buch Des Totengräbers
- Metal'Art Culture
- 27 oct. 2025
- 2 min de lecture

Auteur: Oliver Pötzsch
Roman: Das Buch Des Totengräbers
Nombres de pages: 448
Editions: Ullstein Paperback
Date de sortie: 31/05/2021
Synopsis:
1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hochgebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, als er Besuch vom jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt bekommt. Herzfeldt braucht einen Todes-Experten: Mehrere Dienstmädchen wurden ermordet – jede von ihnen brutal gepfählt. Der Totengräber hat schon Leichen in jeder Form gesehen, kennt alle Todesursachen und Verwesungsstufen. Er weiß, dass das Pfählen eine uralte Methode ist, um Untote unter der Erde zu halten. Geht in Wien ein abergläubischer Serientäter um? Der Inspektor und der Totengräber beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen feststellen, dass sich hinter den Pforten dieser glamourösen Weltstadt tiefe Abgründe auftun …
Buchrezension:
Mit Das Buch des Totengräbers entführt uns Oliver Pötzsch in eine faszinierende und düstere Atmosphäre, in der das 19. Jahrhundert durch seinen präzisen und eindringlichen Schreibstil zum Leben erwacht. Der Autor brilliert einmal mehr in der historischen Rekonstruktion und versetzt uns in ein Wien im Wandel – am Vorabend großer wissenschaftlicher Durchbrüche, die die kriminalistischen Ermittlungsmethoden revolutionieren sollten.
Eine der größten Stärken des Romans liegt in seiner detailreichen Welt. Pötzsch gelingt es, das Wesen einer Epoche einzufangen, die von Gegensätzen geprägt ist: zwischen tief verwurzelten Traditionen und dem Aufkommen eines rationalen, wissenschaftlichen Denkens. Die nebligen Straßen Wiens, unheimliche Leichenhallen und die ersten kriminalistischen Labore bilden eine fesselnde Kulisse voller Geheimnisse und Spannung.
Besonders faszinierend ist die Darstellung der Anfänge der forensischen Techniken und der Entstehung der modernen Kriminalistik. Der Autor beleuchtet diese neuen, damals revolutionären Ermittlungsmethoden, die im Kontrast zu alten Überzeugungen und dem Instinkt traditioneller Ermittler stehen. Dieser Konflikt zwischen Moderne und Archaik verleiht der Erzählung zusätzliche Tiefe und bereichert die Handlung.
Die Spannung ist meisterhaft dosiert, die Figuren sind nuanciert und vielschichtig gezeichnet – allen voran der Protagonist, der zwischen Fortschrittsbegeisterung und der Last seiner Vergangenheit schwankt. Die Handlung ist brillant konstruiert und fesselt bis zur letzten Seite, getragen von einem flüssigen und präzisen Schreibstil.
Insgesamt ist Das Buch des Totengräbers ein fesselnder historischer Thriller, der die Strenge des historischen Romans gekonnt mit der Intensität eines Krimis verbindet. Oliver Pötzsch gelingt ein mitreißendes Werk, das Liebhaber spannender Ermittlungen und eindrucksvoller historischer Rekonstruktionen begeistern wird.




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